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Vertriebene in der Bundesrepublik

Vom Wald zum Werk zur Stadt - die Wandlung des Terrains bei Allendorf, dem ehemaligen Herrenwald und späteren Standort der größten Produktionsstätte des Sprengstoffs TNT in Europa im 2. Weltkrieg, ist nach der Befreiung und dem Ende des 2. Weltkriegs 1945 eine lokale politische Ereignisgeschichte. Am Anfang der Konversion und Normalisierung des NS-Täterortes zu einem Wohnort steht die Zwangslage in Hessen, zahllosen Geflüchteten und Vertriebenen zu Notunterkünften zu verhelfen.

Dass aus diesen Notunterkünften eine Stadt wurde, ist ganz wesentlich das Verdienst der Vertriebenen, die nach 1945 in den ehemaligen Barackenlagern der Sprengstoffwerke Allendorf eine erste Bleibe fanden. Die Impulse und politischen Bestrebungen von Vertriebenen, aus dem Provisorium eine "neue Heimat" werden zu lassen, sind zentral für den Beginn und die Entwicklung des Rüstungsaltstandortes zu einer Stadt.

Zu dieser politischen Geschichte der Konversion gehören Fragen der Architektur und Stadtentwicklung ebenso wie der Rückblick auf die Etappen der Erinnerungskultur in Stadtallendorf ab 1945. Beides bildet eine Art Vorgeschichte der erst 1994 gegründeten, der NS-Zwangsarbeit und Mobilisierung in den Sprengstoffwerken Allendorf gewidmeten Gedenkstätte DIZ Stadtallendorf. Die Auseinandersetzung darüber führt das DIZ im Dialog mit der historischen Szene von Stadtallendorf und Vertriebenenstädten in der Bundesrepublik.