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Foto des Monats

Juli 2020

Vor 75 Jahren (Teil 2)

Im letzten Monat zeigten wir als „Foto des Monats“ ein Bild zum Kriegsende in den Allendorfer Sprengstoffwerken. Der Krieg war zwar zu Ende, aber seine Auswirkungen waren natürlich weiterhin überall zu sehen. Tausende Arbeiter und Arbeiterinnen, zum Teil mit ihren Kindern, lebten noch in den Allendorfer Lagern und wurden als „Displaced Persons“ von der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), später der IRO (International Refugee Organization), bis zur Rückführung in Ihre Heimatländer betreut. Die Menschen wurden je nach Nationalität in den Lagern untergebracht. Das Foto zeigt die Bewohner des „Polnischen Lagers Münchmühle“, die sich zur Gruppenaufnahme mit ihren uniformierten Betreuern versammelt haben. Ihre Kinder hatten zeitweise Unterricht in der Allendorfer Schule. Die große Anzahl der Kinder mag manchen wundern, aber uns sind allein unter den sowjetischen Zwangsarbeitern 70 Kinder und Jugendliche bekannt.

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Mai 2020

Vor 75 Jahren: Kriegsende in Allendorf. - Von Heinrich Wegener.

Als die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 den Zweiten Weltkrieg beendete, war das für die meisten Deutschen ein rein formaler Akt. Die Orte, an denen sie sich befanden, waren meist schon von den Alliierten besetzt. So auch in Allendorf. Am 30. März 1945 erreichten aus Richtung Niederklein kommend die ersten amerikanischen Truppen Allendorf. Sie fuhren an den Sprengstoffwerken der DAG und der WASAG vorbei, ließen sich aber nicht aufhalten und verfolgten weiter die zurückweichenden Reste der deutschen Wehrmacht. Erst Tage später besetzten nachfolgende Truppen die Werke, die in dieser Zeit Plünderungen und Zerstörungen der Deutschen und der ausländischen Zwangsarbeiter*innen ausgesetzt waren. Unser Foto zeigt einen amerikanischen Aufklärungspanzer vor einem Werkstattgebäude. Auf der Falttür links sieht man übrigens den schwarz aufgemalten Schatten der Nazi-Propagandaaktion „PSST, Feind hört mit!“ mit der vor Spionen und Lauschern gewarnt wurde.

Zentrale hessische Forschungs- und Gedenkstätte zu den Themen Kriegswirtschaft und Industrieverbrechen 1933-45 in Deutschland sowie Industriekultur und Strukturwandel in der Bundesrepublik.

Träger des DIZ ist der Magistrat von Stadtallendorf, unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ).

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