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Foto des Monats

Das Aufbaugebäude: Von der Dynamit AG zum Dokumentationszentrum

Unser Foto zeigt das „Aufbaugebäude“ auf einer Luftaufnahme des Jahres 1959. Heute ist das Gebäude nahezu allen Stadtallendorfern unter diesem Namen bekannt. Als das Bild gemacht wurde hatte das Haus aber schon eine zwanzigjährige Geschichte hinter sich. Es war 1938/39 als Verwaltungssitz der Dynamit AG gebaut worden. Die Landgemeinde Allendorf wurde in dieser Zeit Standort von zwei Sprengstoffwerken, die von der Dynamit AG (DAG) und der Westfälisch-Anhaltischen Sprengstoff-AG (WASAG) betrieben wurden. In den Werken arbeiteten im Krieg ca. 17 000 ausländische Zwangsarbeiter und über 6 000 deutsche Arbeiter und Angestellte, die in mehr als einem Dutzend Barackenlager und Siedlungen lebten. Nach dem Krieg wurden in diesen Lagern und Siedlungen Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa untergebracht. Die Sprengstoffwerke dienten zur Ansiedlung zahlreicher Betriebe, die den Ort innerhalb weniger Jahrzehnte in den größten Industriestandort zwischen Kassel und Gießen verwandelten. Dieser Industriealisierungsprozeß wurde seit 1954 von der landeseigenen Aufbaugesellschaft begleitet, die in dem ehemaligen Dynamit-Verwaltungsgebäude residierte und ihm schließlich den Namen gab. Heute beherbergt das Haus, neben der Polizeistation Stadtallendorf, das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ), das nunmehr seit einem Vierteljahrhundert alle Geschichtsinteressierten über das historische Erbe des Ortes, insbesondere über den Einsatz von Zwangsarbeit und die Bedeutung des Rassismus, informiert. Seit fast 10 Jahren berichtet die Dauerausstellung auch über die Weiterentwicklung des Ortes in der Nachkriegszeit.

 

 

 

Diese Webseite wurde im Rahmen des Projektes »Von der eigenen Homepage zum Internetagentur-Betrieb« realisiert. Das Projekt ist Teil des Programms »Lokales Kapital für soziale Zwecke«

Träger des DIZ ist der Magistrat von Stadtallendorf, unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ).